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Neue Wege

20.06.2018 21:58 Alter: 95 days
Kategorie: Flugberichte

Von: Role Bieri

Das Toptask versprach für den 19. Juni 2018 Hammerwetter im Raum Schwarzwald / Schwäbische Alb. Mein Plan war, im besten Fall die TMA Stuttgart und den Bodensee zu umrunden. Das ergibt etwa 700km und ist nicht unmöglich...

Aufgrund der Prognose durfte ich mit einer frühen Startzeit rechnen, allerdings auch mit tiefer Basis. Start um 10:15

 

 

Perspektive beim Abgleiten Richtung Jura

Die Basis am Jura war bei 1600m, Richtung Olten auf 1400m absinkend. Darunter recht zuverlässige Thermik, und darüber kein Problem mit den Tangosektoren :-)

Der Flugplatz Fricktal-Schupfart ist beruhigend, wenn der Rhein mit so tiefer Basis überquert werden muss.

Im Schwarzwald stieg die Basis bis 2000m, nicht üppig. Auch die Thermik war eher enttäuschend und häufig war die Basis kaum erreichbar. Im Bild der Flugplatz Winzeln-Schramberg. Beim Flugplatz Musbach entschied ich, dass es mit dem bisherigen Schnitt von ca. 70km/h kaum reichen wird, um Stuttgart nördlich zu umrunden. Deshalb wendete ich und flog auf der Alb nach Osten.

Flugplatz Farrenberg, ein typischer Alb-Flugplatz: auf einem Hügel gelegen, optimal, um ab der Winde in die Thermik zu kommen.

Und hier der Flugplatz Übersberg. Auf all diesen Plätzen war keine Menschenseele sichtbar, offenbar war das Wetter für die Einheimischen nicht gut genug...?

Nach Übersberg musste ich entscheiden, ob der Rückweg direkt Richtugn Bern via Schluchsee - Schupfart gehen sollte oder ob ich doch den neue Wege befliegen soll. Da um 14:30 noch viel Zeit für den Rückflug bleibt, entschied ich mich für die Route nach Süden, die sah auch gut aus.

Querung des Bodensees bei Konstanz - hier habe ich auch abgekürzt (und den See nicht umflogen). Letzte Woche habe ich in Amlikon gemerkt, dass man auch in dieser Gegend Segelfliegen kann. Also ein kurzer Gruss nach Amlikon und weiter nach Süden ins Toggenburg. Das war Neuland für mich. Auch hier tiefe Basis und schwache Thermik. Dafür hat man genug Zeit, um die Gegend zu bewundern...

Die Linthebene, Schänis liegt hinten unter dem Flügel. Hier wurde es langsam mühsam und ich durfte die Gegend eingehend und bis auf 1050m hinunter geniessen.

Weiter ging die Reise via Sihlsee, Zugerberg und Rigi. Aufgrund der tiefen Basis entschied ich mich gegen den Einflug in die Voralpen.

Über Luzern waren schöne Aufwindzeichen zu erkennen, die resultierende Thermik verlangte viel Geduld und Konzentration. So konnte ich vorwärtsschleichen bis zum Napf. Noch ein letzter Schlauch auf 1650m, theoretisch zeigte der Rechner 150m Reserve nach Bern an. Beim Weiterflug schmolz sie dahin, Aufwinde waren keine mehr zu finden. Das die Thermik im Sommer schon um 18 Uhr abstellt ist nicht üblich, passte aber zum Tag. So war der Flug in Langnau fertig und mein Motörchen ist schuld, dass ich keinen netten Bauern kennenlernen konnte.

Fazit: kein grosser Tag, aber trotzdem ein sehr interessanter Flug. Auch wenn keine Rekordgeschwindigkeit erreicht wird, kann der fliegerische Horizont erweitert werden.